Inhaltsverzeichnis:
- Hamburgs Hafen und Airbus besonders betroffen
- Niedersachsen sieht Gefahr für Industrie und Maschinenbau
- Volkswagen reagiert mit Export-Stopp
- Trump sorgt international für Reaktionen
Hamburgs Hafen und Airbus besonders betroffen
Der Hafen in Hamburg ist für den transatlantischen Handel von zentraler Bedeutung. Mit einem Exportvolumen von fast acht Milliarden Euro in nur neun Monaten im Jahr 2024 liegen die Vereinigten Staaten auf Platz zwei der wichtigsten Handelspartner der Stadt – noch vor China.
Zu den bedeutendsten Exportgütern gehören Flugzeuge und Flugzeugteile des Unternehmens Airbus, die aus dem Werk in Hamburg-Finkenwerder in die USA geliefert werden. Die Handelskammer Hamburg warnt vor einem Vertrauensverlust und fordert die EU zum entschlossenen Handeln auf. Geschäftsführer Malte Heyne betont die Dringlichkeit, bürokratische Hürden abzubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern.
Finanzmärkte reagierten sofort: Die Aktie des Logistikriesen Hapag-Lloyd verlor am Morgen nach der Ankündigung der Zölle binnen einer Stunde rund acht Prozent – ein Minus von über einer Milliarde Euro.
Niedersachsen sieht Gefahr für Industrie und Maschinenbau
Auch in Niedersachsen wird mit erheblichen Auswirkungen gerechnet. Die Industrie- und Handelskammer Hannover nennt die USA einen der drei wichtigsten Exportmärkte des Bundeslandes. Mit einem Handelsvolumen von 7,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 ist der transatlantische Austausch für die regionale Wirtschaft essenziell.
Besonders betroffen sind:
- Die Automobilindustrie mit Werken wie Volkswagen in Wolfsburg
- Der Maschinenbau mit international ausgerichteten Zulieferbetrieben
- Die Zulieferer im Bereich der Metallverarbeitung
Maike Bielfeldt von der IHK warnt vor „spürbaren Spuren“ in der Wirtschaft und fordert klare Signale aus Brüssel. Auch die Gewerkschaft IG Metall äußert sich besorgt und nennt den Maschinen- und Fahrzeugbau als besonders verletzlich gegenüber den neuen Handelsbarrieren.
Volkswagen reagiert mit Export-Stopp
Volkswagen hat umgehend Maßnahmen ergriffen und reagiert mit einem vorläufigen Exportstopp für Fahrzeuge in die USA. Betroffen sind vor allem Modelle, die aus Europa und Mexiko verschifft werden.
Laut interner Mitteilung an Händler in den USA will das Unternehmen die neuen Importzölle in Höhe von 25 Prozent transparent auf den Preisschildern ausweisen. Gleichzeitig wurden:
- Lieferungen aus dem mexikanischen Werk Puebla per Bahn gestoppt
- Schiffe aus europäischen Häfen zurückgehalten
- Fahrzeuge, die bereits auf US-Boden sind, vom Aufschlag ausgenommen
Im Jahr 2024 verkaufte Volkswagen rund 380.000 Neuwagen in den USA. Zwei Drittel davon wurden importiert. Die Elektrofahrzeuge aus Emden, ID.4 und ID.7, sind jedoch ausschließlich für Europa vorgesehen.
Trump sorgt international für Reaktionen
Donald Trump kündigte weltweite Zölle von zehn bis 49 Prozent an. Für die EU liegt der neue Satz bei 20 Prozent. Betroffen sind neben Europa auch China mit 34 Prozent sowie Großbritannien, Brasilien, Australien und die Türkei mit mindestens zehn Prozent.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Maßnahme als „schweren Schlag für die Weltwirtschaft“. Auch China kündigte Gegenmaßnahmen an. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Moritz Schularick, rechnet mit einem Inflationsschub in den USA, der sich auch negativ auf Europa auswirken könnte.
Europa-Politikerin Anna Cavazzini fordert eine harte Reaktion. Als denkbare Gegenmaßnahme nennt sie eine Digitalsteuer auf große US-Technologiekonzerne. Ziel sei es, den Druck auf Trump zu erhöhen, um einen Richtungswechsel in der Handelspolitik zu erzwingen.
Quelle: Tagesschau. www.globewings.net/de