Inhaltsverzeichnis:
- Zahl der Senioren steigt bis 2045 deutlich
- Neue Hamburgische Bauordnung als Hoffnungsträger
- Bereits heute 231.000 Seniorenwohnungen bewohnt
- Hohe Wohnkostenbelastung bei Seniorenhaushalten
- Wesentliche Fakten auf einen Blick
Zahl der Senioren steigt bis 2045 deutlich
Laut Berechnungen des Pestel Instituts wird es in zehn Jahren rund 46.000 mehr Hamburgerinnen und Hamburger im Rentenalter geben als heute. Die demografische Entwicklung trifft die Stadt mit Wucht: Bis 2045 wird ein Bedarf von etwa 80.000 seniorengerechten Wohnungen prognostiziert.
Diese Wohnungen müssen besondere Anforderungen erfüllen – unter anderem schwellenlose Duschen, breite Türen und in mehrstöckigen Gebäuden Aufzüge. Derzeit sind nur wenige Wohnungen entsprechend ausgestattet.
Neue Hamburgische Bauordnung als Hoffnungsträger
Die Stadtentwicklungsbehörde möchte mit einer neuen Bauordnung den Anteil an barrierefreien Wohnungen merklich erhöhen. Geplant ist, dass in neu errichteten Mehrfamilienhäusern mindestens das Erdgeschoss barrierefrei gebaut wird.
Ist ein Aufzug vorhanden, soll künftig jede dritte Wohnung barrierefrei sein. Ziel ist es, die Wohnsituation für ältere Menschen zu verbessern und künftige Engpässe zu vermeiden. Ob diese Maßnahmen jedoch ausreichen, bleibt offen – denn der Neubau ist teuer und zeitintensiv, und auch Bestandsimmobilien müssen angepasst werden.
Bereits heute 231.000 Seniorenwohnungen bewohnt
In Hamburg werden derzeit 23 % aller Wohnungen von Seniorinnen und Senioren bewohnt – das sind rund 231.000 Haushalte. Davon sind etwa 90.000 Eigentum und 141.000 Mietwohnungen.
Die Mehrheit der älteren Menschen lebt allein – rund 90.000 Einheiten, also 63 %. Weitere 29 % entfallen auf Paare.
Trotz ihres Alters bewohnen viele Seniorinnen und Senioren relativ große Wohnungen mit durchschnittlich 68 Quadratmetern, was sich vor allem bei Mietwohnungen negativ auf die finanzielle Belastung auswirkt.
Hohe Wohnkostenbelastung bei Seniorenhaushalten
Seniorenhaushalte geben im Durchschnitt 44 % ihres Einkommens für Miete aus. Mit einem durchschnittlichen Monatsbudget von 1.625 Euro liegen sie deutlich unter dem Schnitt aller Miethaushalte (2.166 Euro).
Dies verdeutlicht den sozialen Druck durch fehlenden, bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum. Die neue Bauordnung ist ein erster Schritt, jedoch wird langfristig ein umfassender Plan für die alternde Gesellschaft notwendig sein.
Wesentliche Fakten auf einen Blick
- 46.000 mehr Seniorinnen und Senioren in Hamburg bis 2035 erwartet.
- In den nächsten 20 Jahren werden rund 80.000 altersgerechte Wohnungen benötigt.
- In Neubauten mit Aufzug muss nur jede dritte Wohnung barrierefrei sein.
- 231.000 Haushalte von Senioren bereits heute – davon 63 % Singles.
- 44 % des Einkommens geben ältere Mieter für Wohnkosten aus.
Quelle: Tagesschau, www.milekcorp.com/de/