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Donnerstag, 27 März 2025 11:25

Tödliches Autorennen in Hamburg - Prozess

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Tödliches Straßenrennen in Hamburg-Billstedt-Prozess Tödliches Straßenrennen in Hamburg-Billstedt-Prozess pixabay/Foto illustrativ

Ein tragischer Unfall in Hamburg-Billstedt erschütterte im August 2024 die Öffentlichkeit. Ein zweijähriger Junge kam ums Leben, als zwei Männer mit überhöhter Geschwindigkeit ein mutmaßlich illegales Straßenrennen fuhren. Nun beginnt der Prozess gegen die Beschuldigten vor dem Landgericht Hamburg. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Mord, versuchten Mord und weitere schwere Straftaten vor.

Inhaltsverzeichnis:

Schiffbeker Weg - Zwei Männer liefern sich illegales Rennen

Die Angeklagten, 23 und 25 Jahre alt, sollen mit Geschwindigkeiten von 178 und 150 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Auf dem Schiffbeker Weg, wo maximal Tempo 50 erlaubt ist, kam es zur Katastrophe. Eine Frau wollte mit ihrem Familienauto von einer Seitenstraße einbiegen. Eines der beiden Autos krachte frontal in das Fahrzeug. Der zweite Wagen rammte die Seite des Autos.

Der zweijährige Sohn der Frau wurde so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb. Sein Zwillingsbruder und die Mutter erlitten schwere Verletzungen. Die Beifahrerin eines der Raser blieb mit leichten Blessuren. Auch die beiden Männer wurden nur leicht verletzt.

Anklage wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge sowie Gefährdung des Straßenverkehrs. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nahmen die Fahrer bei ihrem Verhalten in Kauf, andere zu töten.

Die Ermittlungen ergaben, dass die beiden Autos durch die Wucht des Aufpralls auf die Gegenfahrbahn geschleudert wurden. Beide Fahrzeuge waren anschließend vollständig zerstört. Die Angeklagten sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen äußerten sie sich bislang nicht.

Mutter der Zwillinge soll aussagen

Der Prozess startete mit der Verlesung der Anklageschrift. Der erste emotionale Höhepunkt wird jedoch am kommenden Mittwoch erwartet. Dann soll die Mutter der Zwillinge vor Gericht aussagen.

Die Verhandlung ist auf 24 Tage angesetzt. Es wird mit belastenden Aussagen und schwierigen Momenten gerechnet. Das Verfahren dürfte auch über Hamburg hinaus Aufmerksamkeit erregen.

Hohe Strafen möglich

Selbst bei einem Freispruch vom Mordvorwurf drohen den Angeklagten lange Freiheitsstrafen. Allein auf ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge stehen bis zu 10 Jahre Gefängnis. Die Justiz prüft nun genau, ob Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

2 Tote und Schwerverletzte

Geschwindigkeiten bis zu 178 km/h

24 angesetzte Verhandlungstage

Maximalstrafe: Lebenslang bei Mord, 10 Jahre bei Todesfolge durch illegales Rennen

Der Fall zeigt erneut die Gefahren illegaler Autorennen im Stadtverkehr. Die Gerichtsverhandlung soll klären, wie es zu dem tödlichen Vorfall kommen konnte – und welche Verantwortung die beiden jungen Männer tragen.

Quelle: Tagesschau, www.extratimeout.com/de