Inhaltsverzeichnis:
- High line in Altona
- Künstliche Surfwelle auf der Elbe
- Hamburger Kunsthalle und Binnenalster
- Seilbahn über die Elbe
High line in Altona
Im Bezirk Altona wird über die Umnutzung bestehender Infrastruktur diskutiert. Konkret geht es um das Eisenbahnviadukt der sogenannten Quietschkurve in der Neuen Mitte Altona. Der Abschnitt könnte künftig nicht mehr für den Bahnverkehr benötigt werden und zu einer erhöhten Fußgängerbrücke umgebaut werden.
Das Konzept orientiert sich an der High Line in New York, die seit 2009 auf einer ehemaligen Hochbahntrasse genutzt wird. In Altona ist vorgesehen, Teile des bestehenden Viadukts sowie Elemente der alten Sternbrücke einzubinden. Diese Brücke soll in absehbarer Zeit abgerissen werden. Ziel ist die Schaffung eines neuen öffentlichen Raums mit freiem Blick über den Stadtteil.
Christian Trede von den Grünen hebt die besondere Perspektive hervor. Die Bezirksversammlung Altona sprach sich im Herbst mehrheitlich für den Plan aus. Die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde äußerte jedoch Bedenken. Als kritisch gelten Transport, Zwischenlagerung und Wiederaufbau der Brückenelemente in den 2030er-Jahren. Gleichzeitig prüft die Behörde, ob das bestehende Eisenbahnviadukt erhalten bleiben kann.
Künstliche Surfwelle auf der Elbe
Ein weiteres Vorhaben betrifft den Wassersport im Hafen. Felix Segebrecht plant im Fischereihafen Altona eine künstliche Surfwelle mit dem Namen Floating Wave. Die Anlage soll auf einem schwimmenden Ponton installiert werden.
Der Entwickler arbeitet seit mehreren Jahren an dem Projekt. Hamburg wird dabei als maritime Stadt mit hoher Wassersportaffinität beschrieben. Zudem verweist Segebrecht auf Hafenflächen, die mit neuen Nutzungskonzepten belebt werden könnten.
Die technische Ausrichtung der Anlage ist klar definiert.
- rund 50 Prozent geringerer Energieverbrauch
- Betrieb mit gefiltertem Elbwasser
- kein Trinkwasser und kein Chlor
Die Abstimmungen mit der Stadt Hamburg und der Hamburg Port Authority befinden sich auf einem guten Stand. Auch bei der Finanzierung zeigt sich der Initiator zuversichtlich. Das Projekt ergänzt die Debatte um gefährliches Baden in der Elbe durch ein kontrolliertes Angebot.
Hamburger Kunsthalle und Binnenalster
Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt die Idee zur Erweiterung der Hamburger Kunsthalle. Direktor Alexander Klar stellte gemeinsam mit dem norwegischen Architekturbüro Snøhetta eine städtebauliche Konzeptstudie vor.
Geplant ist ein Erweiterungsbau auf der stark frequentierten Kreuzung zwischen Galerie der Gegenwart und Binnenalster. Um den Verkehrsfluss nicht zu beeinträchtigen, soll das Gebäude über der Kreuzung errichtet werden. Laut Klar ist dies technisch realisierbar.
Das Konzept bündelt mehrere Funktionen.
- zusätzliche Ausstellungsflächen
- ein neu gestalteter Park am Nordostufer
- ein öffentliches Schwimmbad an der Binnenalster
Ziel ist die Aufwertung eines bislang als unattraktiv geltenden Stadtraums. Zahlreiche Kulturschaffende äußerten sich zustimmend. Oberbaudirektor und Kulturbehörde bewerten das Projekt hingegen kritisch.
Seilbahn über die Elbe
Die Überquerung der Elbe beschäftigt Architekten und Stadtplaner seit vielen Jahren. Neben Tunneln und Straßenbrücken wurden wiederholt alternative Lösungen diskutiert. Dazu zählt auch eine Seilbahnverbindung.
Ein konkretes Vorhaben entstand durch Stage Entertainment in Zusammenarbeit mit dem Seilbahnbauer Doppelmayr. Vorgesehen war eine Verbindung vom Heiligengeistfeld in St. Pauli zu den Musicaltheatern im Hafen. Bei einem Bürgerentscheid im Jahr 2014 lehnte die Mehrheit den Bau ab.
Befürworter verwiesen auf Umwelt- und Lärmvorteile. Kritiker befürchteten eine Beeinträchtigung des Stadtbildes und des Elbpanoramas. Bis heute konnte sich kein vergleichbares Seilbahnprojekt politisch durchsetzen. Die Diskussion steht im Zusammenhang mit größeren Zukunftsfragen, etwa im Rahmen von städtischen Großprojekten.
Die vorgestellten Konzepte zeigen unterschiedliche Ansätze der Stadtentwicklung. Sie setzen auf bestehende Orte und Infrastruktur. Ob und wann einzelne Projekte realisiert werden, bleibt offen. Weitere Informationen zur Entwicklung Hamburgs finden sich mehr hier.
Quelle: WELT, SN2 WORLD
FAQ
In welchem Stadium befinden sich die vorgestellten Stadtprojekte in Hamburg?
Alle beschriebenen Projekte befinden sich derzeit in Planungs-, Prüf- oder Abstimmungsphasen und sind noch nicht beschlossen.
Was ist die High line in Altona?
Die High line in Altona ist ein diskutiertes Vorhaben zur Umnutzung des Eisenbahnviadukts Quietschkurve in der Neuen Mitte Altona zu einer erhöhten Fußgängerbrücke.
Welche Rolle spielt die Bezirksversammlung Altona bei der High line?
Die Bezirksversammlung Altona hat im Herbst mehrheitlich für die Prüfung und Weiterverfolgung des Projekts gestimmt.
Warum äußert die Stadtentwicklungsbehörde Bedenken zur High line?
Die Behörde sieht vor allem hohe Kosten für Transport, Zwischenlagerung und Wiederaufbau der Brückenelemente als kritisch an.
Was ist die Floating Wave auf der Elbe?
Floating Wave ist eine geplante künstliche Surfwelle auf einem Ponton im Fischereihafen Altona, entwickelt von Felix Segebrecht.
Welche technischen Merkmale hat die geplante Surfwelle?
Die Anlage soll rund 50 Prozent weniger Energie verbrauchen, mit gefiltertem Elbwasser betrieben werden und weder Trinkwasser noch Chlor nutzen.
Wer initiierte die Erweiterung der Hamburger Kunsthalle?
Die Idee wurde von Kunsthallen-Direktor Alexander Klar eingebracht und gemeinsam mit dem Architekturbüro Snøhetta als Konzeptstudie ausgearbeitet.
Welche Elemente umfasst das Konzept an der Binnenalster?
Vorgesehen sind zusätzliche Ausstellungsflächen, ein neu gestalteter Park am Nordostufer und ein öffentliches Schwimmbad an der Binnenalster.
Warum wurde eine Seilbahn über die Elbe bislang nicht realisiert?
Ein Bürgerentscheid im Jahr 2014 sprach sich mehrheitlich gegen den Bau aus, zudem bestehen Bedenken hinsichtlich Stadtbild und Elbpanorama.