Dienstag, 05 August 2025 11:06

Internet dominiert Freizeit

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Digitale Freizeit auf dem Vormarsch Digitale Freizeit auf dem Vormarsch Foto: pixabay

Immer mehr Deutsche verbringen ihre freie Zeit online. Der Freizeit-Monitor 2025 der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen zeigt, dass 98 Prozent der Befragten regelmäßig das Internet nutzen. Damit ist es mit großem Abstand die beliebteste Freizeitbeschäftigung. Erhoben wurden die Daten durch GfK Nürnberg auf Basis von 3.005 Personen im Alter ab 18 Jahren.

Inhaltsverzeichnis:

Internet ersetzt Fernsehen und Radio

Neben dem Internet dominieren mediale und digitale Aktivitäten. Aber auch Bewegung erlebt ein Comeback. Die sozialen Kontakte hingegen haben in den letzten 15 Jahren deutlich nachgelassen.

Fernsehen und Musik hören teilen sich mit jeweils 83 Prozent den zweiten Platz der beliebtesten Aktivitäten. Weitere digitale Beschäftigungen wie die Nutzung von PC, Laptop oder Tablet (79 %) und Smartphones (79 %) folgen dicht dahinter. Auch Social-Media-Angebote (72 %) und das Radiohören (70 %) bleiben bedeutend.

Vergleicht man die Ergebnisse mit 2010, zeigt sich ein massiver Zuwachs bei digitalen Aktivitäten:

  • Internetnutzung stieg von 51 % auf 98 %
  • Musikhören von 39 % auf 83 %
  • Videospiele von 11 % auf 34 %
  • Online-Shopping von 7 % auf 25 %

Dagegen verloren klassische Medien:

  • Fernsehen fiel von 97 % auf 83 %
  • Radiohören von 90 % auf 70 %
  • Zeitungen und Zeitschriften lesen von 79 % auf 38 %

Bewegung nimmt zu, soziale Kontakte nehmen ab

Ein weiterer Trend zeigt sich im Bewegungsverhalten der Deutschen. Sportliche Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen und Spazierengehen gewinnen an Beliebtheit. Im Jahr 2025 geben 51 % der Befragten an, regelmäßig Sport zu treiben – 2010 waren es nur 31 %.

Besonders auffällig:

  • Joggen stieg von 10 % (2010) auf 21 % (2025)
  • Schwimmen von 5 % auf 13 %
  • Spazierengehen von 43 % auf 59 %

Auch Sport zu Hause erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 32 % sind heute regelmäßig in den eigenen vier Wänden aktiv. Vor fünf Jahren waren es nur 26 %. Digitale Formate wie Streaming-Angebote oder Apps machen es möglich, ohne großen Aufwand zu trainieren.

Gespräch mit Nachbarn verliert an Bedeutung

Soziale Kontakte haben im Vergleich zu 2010 deutlich abgenommen. Nur noch 33 % treffen sich regelmäßig mit Nachbarn – ein Rückgang von 14 Prozentpunkten. Noch drastischer ist der Rückgang bei familiären Beziehungen: Großeltern sehen ihre Enkelkinder heute nur noch halb so oft wie vor 15 Jahren.

Auch das Telefonieren von zu Hause (63 %) oder der persönliche Austausch mit Partner oder Partnerin (64 %) zeigt einen leichten Rückgang im Langzeitvergleich.

Stiftung für Zukunftsfragen untersucht Freizeitverhalten

Die Stiftung für Zukunftsfragen wurde vom Tabakkonzern British American Tobacco ins Leben gerufen und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit gesellschaftlichen Trends. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt betont, dass neben digitalen Aktivitäten auch Erholung und Entspannung für viele Menschen wichtig sind. Zu den häufig genannten Erholungsformen zählen:

  • Seinen Gedanken nachgehen (73 %)
  • Faulenzen (62 %)
  • Ausschlafen (58 %)

Insgesamt zeigt der Freizeit-Monitor 2025, dass sich die Freizeitgestaltung in Deutschland stark digitalisiert hat. Während Bewegung zunimmt, gehen persönliche Begegnungen zurück.

Entwicklung ausgewählter Freizeitaktivitäten (2010–2025)

Aktivität2010 (%)2025 (%)Veränderung
Internetnutzung 51 98 +47
Musikhören 39 83 +44
Videospiele spielen 11 34 +23
Sport treiben 31 51 +20
Online-Shopping 7 25 +18
Fernsehen 97 83 –14
Mit Nachbarn treffen/plaudern 47 33 –14
Radio hören 90 70 –20
Telefonieren von zu Hause aus 91 63 –28
Zeitung, Zeitschriften lesen 79 38 –41

Stiftung für Zukunftsfragen untersucht Freizeitverhalten

Die Stiftung für Zukunftsfragen wurde vom Tabakkonzern British American Tobacco ins Leben gerufen und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit gesellschaftlichen Trends. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt betont, dass neben digitalen Aktivitäten auch Erholung und Entspannung für viele Menschen wichtig sind. Zu den häufig genannten Erholungsformen zählen:

  • Seinen Gedanken nachgehen (73 %)
  • Faulenzen (62 %)
  • Ausschlafen (58 %)

Insgesamt zeigt der Freizeit-Monitor 2025, dass sich die Freizeitgestaltung in Deutschland stark digitalisiert hat. Während Bewegung zunimmt, gehen persönliche Begegnungen zurück.

Quelle: NDR, www.globewings.net/de