Inhaltsverzeichnis:
- Karen Pein bewertet Entwicklung als positives Signal
- Preise schwanken stark zwischen Baujahren und Lagen
- Hohe Mietbelastung und soziale Folgen
- Baukosten als zentrale Herausforderung
Karen Pein bewertet Entwicklung als positives Signal
Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) bezeichnete den aktuellen Mietwert als ermutigendes Zeichen. Nach ihren Worten sei eine Miete unter zehn Euro pro Quadratmeter „nicht nur ein positives Signal an Hamburgs Mieterinnen und Mieter, sondern auch ein Erfolg für Hamburgs Wohnungsbaupolitik“. Die Stadt setzt weiterhin auf strikte Mietpreisbremsen und die Förderung des Sozialwohnungsbaus.
Der neue Mietenspiegel wurde erstmals mit einer anderen statistischen Methode berechnet. Statt des arithmetischen Mittels kommt nun der Median zum Einsatz. Diese Methode gilt als robuster gegenüber Ausreißern. Ein direkter Vergleich zu den Daten von 2023 ist daher nur eingeschränkt möglich.
Fast 47.500 Haushalte wurden befragt, von denen etwa 17.700 Mietverträge in die Auswertung einflossen. Erstmals wurden auch sehr kleine Wohnungen unter 25 Quadratmetern berücksichtigt. Insgesamt wurden rund 2.400 Quartiere neu bewertet.
Mehr zum Thema steigender Mieten in Hamburg finden Sie unter hamburgs-mieten-steigen-weiter.
Preise schwanken stark zwischen Baujahren und Lagen
Die Mietpreise unterscheiden sich je nach Lage und Baualter erheblich. Die günstigsten Wohnungen kosten 6,76 Euro pro Quadratmeter, vor allem in Gebäuden der Jahre 1968 bis 1977 und in schlechterer Lage. Neubauten mit mehr als 131 Quadratmetern erreichen dagegen über 22 Euro je Quadratmeter.
Auch Altbauwohnungen bleiben teuer. In Gebäuden, die vor 1918 errichtet wurden, beträgt die durchschnittliche Miete 13,77 Euro – selbst in normaler Wohnlage. Damit sind sie doppelt so teuer wie die günstigsten Wohnungen der Stadt.
Kritik an Berechnungsmethode
Die Opposition reagierte kritisch auf die neue Berechnung. Anke Frieling (CDU) bemängelte, dass der Vergleich mit früheren Jahren erschwert werde. Die Senatorin hätte laut Frieling zusätzlich eine Berechnung nach alter Methode vorlegen sollen. Auch Joachim Körner (AfD) warf der Regierung vor, „mit Zahlentricks“ zu arbeiten.
Der Vorsitzende des Mietervereins Hamburg, Rolf Bosse, begrüßte zwar den Medianwert, warnte aber vor falschen Schlüssen. Ein Anstieg von 1,12 Prozent in zwei Jahren sei „spürbar“. Laut Bosse handelt es sich dabei weniger um eine Entspannung des Marktes als um einen statistischen Effekt.
Hohe Mietbelastung und soziale Folgen
Hamburger Haushalte geben durchschnittlich 30,3 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aus – bundesweit sind es 27,8 Prozent. Bei Neuvermietungen liegt der Anteil oft deutlich höher. Bosse riet Mietern, Mieterhöhungen stets zu prüfen, da fehlerhafte Berechnungen häufig vorkämen.
1300 Verdachtsfälle auf Mietwucher sind derzeit noch nicht bearbeitet. Heike Sudmann (Die Linke) fordert deshalb entschlossenes Handeln. Sie sprach von einer „kurzfristigen Atempause“ für Mieter, aber keiner langfristigen Lösung.
Wohnungsunternehmen sehen Bestätigung ihrer Daten
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) bestätigte die Ergebnisse des Mietenspiegels. Direktor Andreas Breitner erklärte, dass eigene Untersuchungen mit 290.000 Mietverträgen sogar nur 9,11 Euro pro Quadratmeter ergeben hätten. Hamburgs Wohnkosten seien daher im Vergleich zu Städten wie Berlin oder München weiterhin moderat.
Auch der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Nord stimmte zu. Vorsitzender Kay Brahmst betonte, dass nicht die Miethöhen, sondern die hohen Baukosten das Hauptproblem darstellten.
Baukosten als zentrale Herausforderung
Laut Brahmst bleiben die „exorbitanten Baukosten“ das größte Hindernis für bezahlbaren Wohnraum. Neue Wohnungen seien für viele Haushalte unerschwinglich. Daher fordert der Verband, den Wohnungsbau zu beschleunigen und überzogene Anforderungen zu senken.
Die Stadt verweist auf Programme wie das Bündnis für bezahlbares Wohnen und den Hamburg-Standard, um die Neubauquote zu steigern. Damit soll der Mangel an Wohnungen langfristig verringert werden.
Weitere Einblicke in Hamburgs aktuelle Entwicklungen finden Sie unter hamburg-verliert-sozialwohnungen sowie im Überblick zu hamburger-weihnachtsmarkte-im-uberblick.
Die Daten des Mietenspiegels 2025 zeigen damit ein gemischtes Bild: ein statistisch moderater Anstieg, aber weiterhin hohe Belastungen für viele Haushalte.
Quelle: WELT, SN2 WORLD
FAQ
Wie hoch ist die durchschnittliche Miete laut dem Hamburger Mietenspiegel 2025?
Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 9,94 Euro pro Quadratmeter.
Wie viele Haushalte wurden für den Mietenspiegel befragt?
Insgesamt wurden rund 47.500 Haushalte befragt, von denen etwa 17.700 Mietverträge in die Auswertung eingeflossen sind.
Warum ist der neue Mietenspiegel nicht direkt mit früheren Jahren vergleichbar?
Erstmals wurde der Median statt des arithmetischen Mittels verwendet, was die Vergleichbarkeit zu älteren Daten einschränkt.
Welche Wohnungen sind in Hamburg am günstigsten?
Die günstigsten Mieten mit durchschnittlich 6,76 Euro pro Quadratmeter finden sich in Gebäuden aus den Jahren 1968 bis 1977 in schlechterer Lage.
Welche Baujahre und Lagen sind am teuersten?
Neubauten ab dem Jahr 2021 in guter Lage erreichen durchschnittlich über 22 Euro pro Quadratmeter.
Wie hoch ist der Anteil des Einkommens, den Mieter in Hamburg für Kaltmiete ausgeben?
Hamburger Mieter geben im Durchschnitt 30,3 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aus.
Welche Kritik äußerte die Opposition?
Die CDU kritisierte, dass der neue Mietenspiegel wegen der geänderten Berechnungsmethode nicht mit früheren Jahren verglichen werden könne.
Was fordert der Mieterverein Hamburg?
Der Verein rät Mietern, Mieterhöhungen stets zu prüfen, da viele Vermieter fehlerhafte Berechnungen vorlegen.
Was sieht der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) im neuen Mietenspiegel?
Der VNW sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung dafür, dass Hamburgs Wohnkosten im Vergleich zu anderen Metropolen weiterhin moderat sind.
Was gilt als Hauptproblem des Hamburger Wohnungsmarktes?
Laut dem BFW Nord sind die hohen Baukosten das zentrale Problem, nicht die Miethöhen selbst.