Inhaltsverzeichnis:
- CRES wertet 283.000 Verträge aus
- Mietpreisbremse in Hamburg bis 2029 verlängert
- Kritik von Rolf Bosse und Heike Sudmann
- Forderung nach mehr Neubauten
CRES wertet 283.000 Verträge aus
Das Institut CRES untersuchte rund 283.000 Mietverträge, was über ein Drittel aller Bestände in Hamburg umfasst. Die Daten gelten laut Auftraggebern als aussagekräftiger als Informationen aus Immobilienportalen oder dem Mietenspiegel. Zum Vergleich: 2019 lag der Quadratmeterpreis bei 7,98 Euro, 2022 bei 8,71 Euro.
- Bestandsmieter zahlen im Schnitt 9,04 Euro pro Quadratmeter.
- Bei Neuverträgen liegt der Durchschnitt bei 10,13 Euro.
- In guter Lage beträgt die Miete 10,54 Euro, in normaler Lage 8,77 Euro.
Zusätzlich weist die Analyse auf steigende Nebenkosten hin. Für Heizung, Wasser und Gebühren zahlen Mieter aktuell durchschnittlich 3,33 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg von über 20 Prozent seit 2019. Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen erklärt: „Die meisten Mieter müssen nicht vor steigenden Mieten Angst haben, sondern vor steigenden Nebenkosten.“
Mietpreisbremse in Hamburg bis 2029 verlängert
Die Ergebnisse der Studie fallen in eine Zeit intensiver politischer Diskussionen. Der Hamburger Senat hat die Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. Sie soll die Neuvermietungspreise begrenzen und verhindern, dass Mieten mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
Der Schritt folgt auf die bundesweite Entscheidung des Bundestags, die gesetzliche Grundlage zu erneuern. Hamburg setzt sich auf Bundesebene stark für den Schutz der Mieter ein. Dabei spielt auch der sehr niedrige Leerstand von unter einem Prozent eine Rolle. Wer eine Wohnung sucht, findet kaum ein Angebot.
Weitere Informationen über soziale Maßnahmen und Herausforderungen in der Stadt finden Sie unter Hamburg braucht mehr Schutzräume für Frauen und gefährlicher Winter für Hamburgs obdachlose Menschen.
Kritik von Rolf Bosse und Heike Sudmann
Kritik kommt vom Mieterverein zu Hamburg. Vorsitzender Rolf Bosse bezeichnet die Studie als „eine Beruhigungspille“. Sie solle Reformen im Mietrecht verhindern. Laut einer anderen Untersuchung sind 160.000 Haushalte in Hamburg dringend auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Der Verband begrüßt daher die Verlängerung der Mietpreisbremse, fordert aber zusätzliche Maßnahmen.
Auch die Linken-Abgeordnete Heike Sudmann äußert sich deutlich. Sie wirft der Wohnungswirtschaft vor, die Lage zu beschönigen. Laut Sudmann enthalte die CRES-Studie auch Bestandsmieten und öffentlich geförderte Wohnungen, wodurch der Durchschnitt verfälscht werde. Wer heute eine Wohnung suche, finde kaum Angebote unter neun Euro Kaltmiete.
Forderung nach mehr Neubauten
Carl-Christian Franzen vom Immobilienverband Nord sieht hingegen keinen Anlass für neue Regulierungen. Der Markt funktioniere, so seine Einschätzung. Er fordert verstärkt Neubauten, da der Leerstand unter einem Prozent liegt. Nur durch mehr Bauaktivität könnten die Mieten langfristig stabil bleiben.
Hamburg steht damit weiter vor einer großen Herausforderung: Der Bedarf an neuen Wohnungen ist hoch, während Bauflächen knapp sind. Projekte zur Stadtentwicklung werden regelmäßig diskutiert, ähnlich wie bei Hamburg verliert Sozialwohnungen, wo der Rückgang staatlich geförderter Wohnungen thematisiert wurde.
Trotz der kontroversen Einschätzungen liefert die neue Mietenstudie wichtige Einblicke in die Struktur des Hamburger Wohnungsmarktes. Die Zahlen zeigen, dass die Wohnkosten in der Hansestadt weiter steigen – wenn auch langsamer als in vielen anderen Großstädten.
Quelle: WELT, SN2WORLD
FAQ
Wie hoch ist die durchschnittliche Nettokaltmiete in Hamburg laut der neuen Studie?
Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt laut der „Hamburger Mietenstudie“ bei 9,11 Euro pro Quadratmeter.
Wie viele Mietverträge wurden vom CRES für die Studie ausgewertet?
Das Center for Real Estate Studies (CRES) hat rund 283.000 Mietverträge analysiert, was mehr als ein Drittel aller bestehenden Verträge in Hamburg entspricht.
Wie stark sind die Mieten im Vergleich zu 2022 gestiegen?
Im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2022 sind die Mieten um 8,8 Prozent gestiegen.
Wie unterscheiden sich Bestands- und Neuvertragsmieten?
Bestandsmieter zahlen durchschnittlich 9,04 Euro pro Quadratmeter, während neue Mietverträge bei 10,13 Euro liegen.
Welche Nebenkosten fallen in Hamburg derzeit an?
Die durchschnittlichen Nebenkosten betragen 3,33 Euro pro Quadratmeter und sind seit 2019 um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Wie lange gilt die Mietpreisbremse in Hamburg?
Die Mietpreisbremse wurde vom Hamburger Senat bis Ende 2029 verlängert und gilt für das gesamte Stadtgebiet.
Wer kritisiert die Ergebnisse der Studie?
Kritik kommt unter anderem vom Mieterverein zu Hamburg und von Heike Sudmann von der Fraktion der Linken.
Was fordert die Wohnungswirtschaft in Hamburg?
Carl-Christian Franzen vom Immobilienverband Nord fordert mehr Neubauten anstelle weiterer Regulierungen, da der Leerstand unter einem Prozent liegt.