Inhaltsverzeichnis:
- Spezialtechnik aus Vechta auf der Veddel
- Einsatzleitung durch Martin Timmler
- Einsatz von Flughafenfahrzeugen und Baggern
- Menschenrettung und anhaltende Gefahr
Spezialtechnik aus Vechta auf der Veddel
Kurz vor Mitternacht traf eine Kolonne aus Vechta ein. Mitgebracht wurden drei Feuerwehrroboter, darunter der „Superwolf HR1“, sowie umfangreiche Spezialtechnik. Die Maschinen zogen verkeilte Container auseinander und öffneten sie, um die Gefahr durch hochexplosive Gaskartuschen zu minimieren. Mehrere Feuerwehrleute hatten sich zuvor bei den Einsätzen verletzt.
Die Roboter kamen zum Einsatz, um weitere Verletzungen zu verhindern. Die Situation gilt als gefährlicher als bei früheren Großbränden in Hamburg. Zum Vergleich: Vor zweieinhalb Jahren brannte in der Billstraße in Rothenburgsort ein großer Lagerhallenkomplex. Damals dauerte es rund eine Woche, bis das Feuer vollständig gelöscht war.
Einsatzleitung durch Martin Timmler
Gesamteinsatzleiter Martin Timmler berichtete, dass am Mittwoch zeitweise bis zu 320 Kräfte gleichzeitig im Einsatz waren. In der Hochphase brannten drei Großfeuer gleichzeitig, es gab eine Explosion, zwei Böschungsbrände sowie einen Verkehrsunfall auf der Autobahn.
Die Feuerwehr setzt seit Beginn auf mehrere Maßnahmen:
- Abkühlung der Container mit speziellen Lanzen
- Unterstützung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der betroffenen Firma
- Einsatz von Schichtbetrieb mit aktuell rund 80 Kräften
- Kontrolle der Umgebung auf giftige Stoffe in Luft und Wasser
Die Ermittlerinnen und Ermittler konnten den Gefahrenbereich bisher nicht betreten. Unklar ist, warum sich dort große Mengen an Gasflaschen, offenbar Lachgas, befanden.
Einsatz von Flughafenfahrzeugen und Baggern
Die Explosionen schleuderten Trümmerteile über weite Strecken. Auf der Autobahn 1 kam es zu einem Unfall, nachdem Teile von Druckgasbehältern auf die Fahrbahn fielen. Eine Autofahrerin wurde verletzt. Die A1 blieb zwischen dem Dreieck Norderelbe und dem Dreieck Hamburg-Südost bis zum frühen Dienstagmorgen gesperrt.
Um einsturzgefährdete Gebäude zu sichern, riss das Technische Hilfswerk mit Baggern Gebäudereste ein. Parallel wurden Lichtmasten und Wasserpumpen für die Löscharbeiten installiert. Auch Spezialfahrzeuge des Hamburger Flughafens wurden eingesetzt. Die riesigen Flugfeldlöschfahrzeuge sprühten Wasser auf brennende Hallen.
Menschenrettung und anhaltende Gefahr
Das Feuer brach am Montagnachmittag aus. Durch Explosionen und herumfliegende Trümmerteile war es zunächst nicht möglich, die Flammen direkt zu bekämpfen. 25 Menschen mussten aus dem Gefahrengebiet gebracht werden, einige davon mit Booten. Über Hamburg war eine dichte schwarze Rauchsäule sichtbar.
Mehrere Hallen eines Logistikunternehmens brannten vollständig nieder. Messungen des Umweltdienstes der Feuerwehr laufen weiterhin, um Schadstoffe frühzeitig festzustellen. Die Brandursache ist bisher nicht bekannt.
Die Feuerwehr Hamburg hofft, dass mit der Unterstützung aus Vechta die Löscharbeiten bis Donnerstag beendet werden können. Bis dahin bleiben die Kräfte weiterhin im Schichtbetrieb auf der Veddel im Einsatz.
Quelle: NDR, www.extratimeout.com/de