Inhaltsverzeichnis
- Freenow by Lyft und Stadt Hamburg
- Auswahl von Technik und Fahrzeugen
- Anjes Tjarks und Verkehrsstrategie
- Übernahme durch Lyft
- Bestehende Projekte in Hamburg
- Demografischer Hintergrund
Freenow by Lyft und Stadt Hamburg
Die Mobilitätsplattform Freenow, eine Tochter des US-Unternehmens Lyft, arbeitet mit der Stadt Hamburg an der Einführung autonomer Taxis. Beide Seiten unterzeichneten eine Absichtserklärung. Beteiligt ist die Hamburger Verkehrsbehörde. Ziel ist ein strukturierter Testbetrieb unter realen Verkehrsbedingungen.
Der geplante Einsatzraum ist klar definiert. Die Tests sollen im Westen von Altona, im Norden Hamburgs sowie im Stadtteil Bergedorf stattfinden. Diese Gebiete unterscheiden sich in Bevölkerungsdichte, Verkehrsaufkommen und Infrastruktur. Ein Starttermin für die Testphase wurde bislang nicht genannt. Die Vorbereitung läuft.
Auswahl von Technik und Fahrzeugen
In den kommenden Monaten beginnt Freenow mit der Auswahl geeigneter Technologie- und Fahrzeugpartner. Das bestätigte die Verkehrsbehörde. Geplant ist der Einsatz von Fahrzeugen mit Automatisierungslevel 4. Diese Systeme ermöglichen vollständig autonomes Fahren ohne Fahrer, jedoch nur innerhalb festgelegter Einsatzbereiche und unter definierten Bedingungen.
Level 4 gilt als entscheidende Entwicklungsstufe. Fahrzeuge dürfen selbstständig lenken, bremsen und beschleunigen. Eingriffe durch Menschen sind im Regelbetrieb nicht vorgesehen. Außerhalb des festgelegten Gebiets darf das System jedoch nicht eingesetzt werden. Eine Zulassung für den offenen Straßenverkehr ist an strenge technische und rechtliche Vorgaben gebunden, was auch bei digitalen Angeboten wie der HVV-App regelmäßig diskutiert wird.
Anjes Tjarks und Verkehrsstrategie
Mehrere Medien berichteten bereits über die Planungen. Verkehrssenator Anjes Tjarks ordnete das Projekt in die Gesamtstrategie der Stadt ein. Er sagte wörtlich: „Autonome Taxis können einen wichtigen Beitrag zur Anbindung des öffentlichen Verkehrs leisten – insbesondere in Nebenverkehrszeiten und in bislang unterversorgten Gebieten“. Der Fokus liegt auf Ergänzung, nicht auf Ersatz bestehender Angebote.
Autonome Taxis sollen Lücken schließen. Besonders relevant sind Randzeiten und Stadtteile mit geringer Taktung. Die Projekte werden daher eng von der Verwaltung begleitet. Sicherheitskonzepte und technische Überwachung spielen eine zentrale Rolle und sind Teil langfristiger Visionen für Hamburg.
Übernahme durch Lyft
Der Einstieg von Lyft in den europäischen Markt erfolgte im April des Vorjahres. Das Unternehmen übernahm die Hamburger App Freenow von den Automobilherstellern BMW und Mercedes. Damit wechselte ein zentraler Akteur des urbanen Verkehrs den Eigentümer.
Freenow wurde 2009 unter dem Namen Mytaxi gegründet. Der Dienst startete als klassische Taxi-App. Später kamen weitere Mobilitätsangebote hinzu. Der aktuelle Test autonomer Taxis ist Teil dieser Weiterentwicklung.
Bestehende Projekte in Hamburg
Hamburg ist seit Jahren Testfeld für automatisiertes Fahren. Mehrere Projekte befinden sich in unterschiedlichen Stadien. An autonomen Buslösungen arbeiten die VW-Tochter Moia, das Verkehrsunternehmen Hochbahn sowie die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein. Der Schwerpunkt liegt auf dem Linienverkehr.
Moia gilt als besonders weit fortgeschritten. Anjes Tjarks erklärte in einem Interview mit der WELT wörtlich: „Moia ist sehr weit: Ende 2026, Anfang 2027 erwarten sie die Zulassung für Level 4 – das heißt, Fahrzeuge dürfen ohne Fahrer in einem definierten Gebiet fahren. Level 5 wäre eine weltweite Zulassung, aber da ist man noch nicht. Wir testen außerdem Kleinbusse von Holon und eVersum – und wollen 2026 größere Fahrzeuge ausschreiben“.
Demografischer Hintergrund
Ein zentrales Motiv ist die langfristige Sicherung des öffentlichen Verkehrs. Nach Angaben des Verkehrssenators gibt es heute deutlich weniger Schulabgänger als vor 50 Jahren. Der Fahrermangel betrifft Busse und perspektivisch auch den Taxiverkehr. Autonome Systeme gelten daher als strukturelle Antwort auf den Arbeitskräftemangel.
Die Projekte sind auf mehrere Jahre angelegt. Jeder Test liefert Daten. Diese fließen in Genehmigungsverfahren und weitere Ausschreibungen ein. Hamburg positioniert sich damit als einer der führenden Standorte für automatisierte Mobilität in Deutschland.
FAQ
Was ist das Ziel der autonomen Taxiprojekte in Hamburg?
Ziel ist es, autonome Taxis unter realen Verkehrsbedingungen zu testen und den öffentlichen Verkehr insbesondere in Nebenverkehrszeiten und unterversorgten Stadtteilen zu ergänzen.
Welche Stadtteile sind für die Tests vorgesehen?
Die geplanten Testgebiete liegen im Westen von Altona, im Norden von Hamburg sowie im Stadtteil Bergedorf.
Welche Technologie sollen die autonomen Taxis nutzen?
Vorgesehen sind Fahrzeuge mit Automatisierungslevel 4, die vollständig autonom fahren können, jedoch nur innerhalb festgelegter Einsatzgebiete.
Wer arbeitet bei dem Projekt zusammen?
An dem Vorhaben beteiligen sich die Mobilitätsplattform Freenow, das Unternehmen Lyft sowie die Hamburger Verkehrsbehörde.
Wann beginnt die Testphase der autonomen Taxis?
Ein konkreter Starttermin für die Testphase wurde bisher nicht bekanntgegeben.
Welche Rolle spielt Verkehrssenator Anjes Tjarks?
Anjes Tjarks begleitet das Projekt politisch und ordnet es in die langfristige Verkehrsstrategie der Stadt Hamburg ein.
Warum setzt Hamburg verstärkt auf autonome Fahrzeuge?
Ein wichtiger Grund ist der zunehmende Mangel an Fahrpersonal infolge des demografischen Wandels.
Gibt es in Hamburg bereits andere Projekte zum autonomen Fahren?
Ja, unter anderem arbeiten Moia, die Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein an autonomen Busprojekten.
Quelle: WELT, NDR, WEBRIVAIG