Unser A-Wurf
 
     
     
 
Wir versuchten, für unsere Romi ein nettes Date zu arrangieren.
So viele Silbersomali-Herren in unserer Nähe gab es nicht.
Nachdem wir sorgfältig alles Mögliche versuchten,
sind wir auf Encore aufmerksam geworden. Er schien geradezu ideal.
Seine Dosenöffnerin Frau Giethmann sagte sofort zu,
da die Verpaarung sehr spannend schien. Zum Einen unsere Romi
(die ja ohnehin für uns die Schönste ist) und eben Encore.
Der junge Somalikater hat einen erstklassigen Stammbaum und sein
tschechisches Blut ist bei uns in Deutschland noch nicht verbreitet.
Sein Körperbau ist sehr imposant.
Er ist sehr hoch gewachsen, kräftig und hatte ein sehr schönes Silber.
 
     
 
Also auf nach Peine, wo der kleine Casanova seine Liebschaften empfing.
 
 
Man merkte sofort,
dass Encore schon seine Erfahrungen mit Damenempfängen hatte.
 
     
 
Romi indes war sehr zickig. Ihr war diese Situation sichtbar unangenehm.
Wir waren sicher, dass es sich schnell legen würde.
 
     
 
Um den Beiden aber ihre Ruhe zu lassen, machten wir uns auf den Heimweg.
 
 
Nach den vereinbarten sechs Tagen kam Romi wieder nach Hause.
 
     
 
Kurios an der Sache war, dass unser Nophi während der sechs Tage ohne
Romi todkrank war. Er lag lethargisch in der Beleidigtenkiste und
lehnte sogar das leckerste Futter ab.
 
     
 
Die Beleidigtenkiste ist ein ganz normaler Kennel, der stets den
Vierbeinern zur Verfügung steht. Der Vorteil daran ist, dass die Katzen
diesen Kennel als tagesübliches Objekt betrachten.
Wenn es zur Ausstellung oder zum Onkel Doktor geht,
brauchen wir den Kennel nur in die Mitte des Raumes stellen
und die Katzen gehen von allein dort rein.
 
     
 
Als nun unsere Romi wieder die Wohnung betrat,
kam Nophi und beschnüffelte sie.
Natürlich hatte Encore seinen Duft hinterlassen,
aber das interessierte Nophi wenig.
Er freute sich sichtlich, dass er seine Romi endlich wieder hatte.
 
     
 
Die Tage vergingen und Romi wurde deutlich runder um ihre Hüften.
Sie hatte also aufgenommen und ihr Appetit beim Fressen war enorm.
Der besagte Tag X kam und Romi brachte mit unserer Hilfe ihre ersten
Kitten zur Welt. Nophi, der ohnehin nie allein sein mag,
stand ihr Gentleman-like zur Seite und beobachtete das Schauspiel
von einem höher gelegenen Aussichtsposten ganz genau.
 
     
 
Das erste Katzenbaby kam gegen 17 Uhr zur Welt.
Eigentlich hätte er Meister Yoda heißen müssen,
denn es sah dem kleinen Männchen aus Star Wars sehr ähnlich.
Diesen Gedanken hatte unsere Freundin und Geburtshelferin,
die uns sehr hilfreich zur Seite stand.
 
     
 
Unsere werdende Mama Romi war sehr tapfer. Sie nahm nur zu
oft mit uns Blickkontakt auf und genoss die Streicheleinheiten,
die sie von uns dabei erhielt.
 
     
 
Ganze 12 Stunden später kam dann das zweite Kitten zur Welt.
Es war deutlich schwerer wie der Erstgeborene,
aber beide Babys waren in Topform.
 
     
 
Den Erstgeborenen nannte unsere „Hebamme“ dann Aragon.
Den zweiten Racker tauften wir Aton.
 
     
 

Unterschiedlicher können zwei Brüder nicht sein.
Aragon war immer sehr neugierig und äußerst klug.
Den körperlichen Proportionen nach kam er nach seiner Mutter.
Schlank, zierlich und gewandt.

 
     
 
Aton hingegen war immer hungrig. Er dachte immer mit dem Magen.
Sachen, die ihm nicht geheuer waren, liessen ihn schnell misstrauisch wirken
und machten ihm Angst. Körperlich hatte er die Merkmale seines Vaters.
„Stabil“ gebaut und binnen kurzer Zeit an Größe und Kraft seinem Bruder
weit überlegen, wurde er zu einem kleinen Fellmonster.
 
     
 
Das fiel auch unserem Nophi auf.
Ob es Eifersucht, Habgier oder einfach nur Familiensinn war, wissen wir nicht.
Eines schönen Abends jedenfalls war er der Meinung, dass er Aton mit in
unser Wohnzimmer schleppen musste.
 
     
 
Stolz wie Oskar kam er mit Aton im Maul anmaschiert.
Unser Entsetzen war groß, weil doch damit niemand von uns gerechnet hatte.
Wir konnten Nophi den kleinen Aton problemlos abnehmen.
Er schien darüber aber etwas traurig.
 
     
 
Am nächsten Abend wiederholte sich der Vorgang erneut. Unser Nophi wollte
auch Papa sein. Abgesehen davon, dass er sich regelmäßig mit in die
Wurfkiste drängte um Mutter und Babys zu putzten, wollte er auch so ein
Fellknäuel haben. Es war einfach drollig mit anzusehen.
 
     
 
Von diesem Tag an hat Nophi den kleinen Aton als sein Eigen erklärt
und später mit ihm die wildesten Aktionen unternommen.
Beide waren sich seither immer einig gewesen.
Es war einfach schön mit anzusehen, wie hier gespielt und getollt wurde.
 
     
 
Im November 2006 zogen die beiden Jungs in ihr neues Heim.
 
     
 
Besonders schön für die Beiden war, dass sie zusammen bleiben durften.
In ihrem neuen Zuhause warteten bereits ihre neuen Kumpels auf sie.
 
     
 
Carlo, ein wunderschöner wildfarbener Somalikater.
Jannis, der Grieche als EKH.
Die alte Dame Mae, die norwegische Züge hat.
Und natürlich den kleinen Maddin, einen BKH.
 
     
 
Bei unserem letzten Besuch im Februar 2007 stellten wir fest, dass die „kleinen“
Racker doch gar nicht mehr so klein waren. Sie mischen ihr Zuhause ordentlich auf.
Alle Zwei- und Vierbeiner kommen super miteinander aus.
 
     
 
Aragon hat seine Schmusigkeit und Aton seinen ewigen Appetit behalten.
 
     
 
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