Der B-Wurf kommt
 
     
 

Unser Leben hat sich geändert.
Nein...Jahreswechsel - guter Vorsatz - nicht das.
Der sich angekündigte B-Wurf wollte Eintritt in unser Leben halten.

 
     
 

Richtige Ruhe hatten nur Nophi und „Fienchen“.
Sofie, unsere kleine Schwedin hatte sich prima eingelebt.
Die zwei Wildfarbenen waren wie Topf und Deckel - gesucht und gefunden.
Nophi war als Beisitzender vom A-Wurf schon ein alter Hase.
Fienchen hingegen war sehr neugierig und verstand die Situation
überhaupt noch nicht. Die nächsten Wochen sollten ihr zeigen, dass sich
aus angenehmer Ruhe auch schnell Lebhaftigkeit entwickeln kann.

 
     
 

Der 15. Juli war ein sehr warmer Tag. Die Sonne schien und Romi wollte
nun nicht länger warten. Gegen 10 Uhr am Vormittag erblickte ein
knuddeliges blacksilver Mädel das Licht der Welt. Sie fiepte ganz zart,
als wir ihr den schnellsten Weg an die „Getränkebar“ zeigten. Dann
kehrte etwas Ruhe ein, was unsere Ungeduld nur schlimmer werden ließ.

 
     
 

Um 11:30 Uhr folgte ein Junge und der hatte sich richtig in Schale geworfen.
Nachdem der Kleine trocken gerubbelt war, stellten wir mit Erstaunen fest,
dass sich ein sorrelsilver Kitten in den Wurf eingeschlichen hatte.

 
     
 

Der Kittensegen hielt an, da bei Romi ganz deutlich 3 Kitten zu spüren
gewesen waren. Zum 16 Uhr kam Nr. 3 munter in unsere Gemeinschaft.
Ein black-silver Katerchen mit mächtigem Hunger,
wie sich ganz schnell heraus stellte.

 
     
 

Der Zank um den besten Platz bei Romi hatte begonnen.
Nophi schaute wie schon beim vorherigen Wurf von der Bettkante aus mit zu.
Für ihn war zwar etwas Abstand selbstverständlich,
aber von seinem Freibrief bei Romi machte er auch Gebrauch.
Die Neuankömmlinge mussten umgehend begutachtet werden.
Ein paar nette Katzenworte an die neue Mama und das war es dann.
Als das Gewusel dann täglich lebhafter wurde,
verlegte er seinen Stammplatz wieder ins Wohnzimmer.
Unsere Vermutung das sich Nophi ein Baby aussucht, war somit dahin.
Sogar der leicht Gebräunte erweckte kein Interesse beim Pharao.

 
 

Die kleine Schwedin hielt bewussten Abstand vom Geschehen.
Romi gestattete ihr keinen Zutritt ins Schlafzimmer.
Obwohl da auch immer diese Versuche waren, sich ins Schlafzimmer zu mogeln.
Romi’s knurren bewies aber, dass sie Ruhe wollte.
OK, akzeptiert, also auf zum Kratzbaum und Nophi ärgern - der liebt das.

 
     
 

Als Nächstes sollten Namen her.
Die 65 Tage Schwangerschaft bei Romi waren nicht so schlimm wie die
anstehende Namensfindung. Das Mädel hieß fortan Bonny.
Ein sehr fröhlicher Name.
Bei Nr. 2 war der Spitzname schneller gefunden als der richtige Rufname.
Aufgrund seiner Fellfarbe Sorrelsilver haben wir uns ohne Absprache
auf „Schoki“ geeinigt. Im richtigen Katzenleben soll er aber Bonito heißen.
Ein kleiner Töffel auf vier Beinen - aber zuckersüß.
Der blacksilver Junge als drittes Kitten wurde dann Benji benannt.
Immer quirlig und an der Milchbar stets besonders gierig.
Wir waren alle mit unserer Auswahl zufrieden.

 
     
 

Alle drei Kitten entwickelten sich hervorragend und nahmen binnen
kurzer Zeit mächtig an Gewicht zu. Die Charaktere konnte man schnell
erkennen und ließ uns schnell schmunzeln.
Bonny war stets kess und wieselflink. Sie lernte sehr schnell und zeigte
allen, wo es lang ging. Bonito, unser Schoki war der rabiate Typ.
Durch seine im Verhältnis gesehenen großen Kräfte machte er seine
„ungeschickte“ Art sofort wieder wett. Benji fiel durch seine
Beharrlichkeit auf. Ein NEIN in dem Sinne hat er noch nie richtig
akzeptiert und versuchte sein Glück immer ein 2. Mal.

 
     
 
Die Wurfkiste wurde schnell zu klein. Das Haupthindernis,
ein 10 cm hoher Rand, war in kurzer Zeit überwunden.
Die dahinter befindliche Freiheit war 2 x 2 Meter groß.
Gefüllt mit 2 Kuschelkörbchen, Spielzeug und einem Babykratzbaum galt
es erstmal alles zu erkunden. Bonny und Benji fanden schnell den Weg ins Freie.
Bonito hielt sich lieber im Schatten seiner Mutter auf und kuschelte mit ihr.
 
     
 
Schon mit 3 Wochen statteten uns die Kitten nachts einen Anstandsbesuch
im Ehebett ab. Unsere Schlafphasen wurden kürzer, denn der Spieldrang
war enorm. Füße und Hände mussten unter der Bettdecke versteckt
werden, denn die Angriffversuche waren allgegenwärtig.
Bei dem warmen Wetter ein schweres Unterfangen für uns.
 
     
 

Ein nächster Lebensabschnitt war natürlich das Futter.
Schon nach 2 Futterversuchen erkannte Benji die Situation und kam
auf uns zugelaufen. Bonny, die meistens ihrem gleichfarbigen Bruder
auf Schritt und Tritt folgte, hielt sich sehr bedeckt.
Der kleine Schoki musste zu seinem Glück „überredet“ werden.
Danach war er aber der King am Futterplatz. Sein großer Hunger ließ
ihn auch schnell auf der Gewichtstabelle Platz 1 erobern.

 
 

In der 5. Woche haben die Kitten dann das Herz ihrer Menschenmama
weich gekocht und sie öffnete nun das komplette Schlafzimmer
für die 3 kleinen Motten. Die Schlummerzeiten der Kitten wurden
ausgeprägter, denn durch den „Raumgewinn“ waren nun auch
größere Wege zurück zu legen. Der Schlaf forderte seine Opfer,
was uns oft lautstark lachen ließ. Zusammen gekuschelt
lagen sie an den verschiedensten Orten und mitten im Weg.

 
     
 

Mit Woche 7 öffnete sich den Katzenbabys die gesamte Wohnung.
Alles wurde begutachtet - alles wurde probiert. Ein großer Blumentopf
mit Zyperngrass, den Nophi zum Geburtstag bekam,
wurde verwüstet und komplett gerupft.
Geschlafen wurde fortan im Wohnzimmer, getobt im Ehebett und wehe,
man klimpert beim Abwaschen des Geschirrs mit den Tellern,
dann kamen 12 muntere Beine mit einem Sprint in die Küche gerannt.
Romi hatte nonstop Hunger, denn die Babys lagen alle Nase lang an
der Leitung. Uns war das schon manches Mal ganz ungeheuer,
wie viel die Katzenmama so wegputzen kann.

 
     
 

Die Zeit verging viel zu schnell und die Babys wurden von
Tag zu Tag lebhafter. Jetzt wurden schon
„Machtkämpfe“ ausgefochten und kein Möbelstück war mehr sicher.
Alles wurde als Sprungbrett und Versteck für hinterhältige Angriffe genutzt.
Auch unsere Haut zeigte deutliche Spuren von angriffslustigen Kitten.
Sobald man jedoch laut einen Schmerzschrei ausstieß, ließen die
krallenbesetzten Tatzen von einem ab und erschrockene Kulleraugen
entschuldigten sich.
Diesen Augen konnte man einfach nicht böse sein.

 
     
 

Bonito, der kleine knuffige Kerl mit dem Pelz eines Fellmonsters und der
Kraft eines kleinen Löwen hat seine erste Ausstellung erfolgreich besucht.
Sein erstes V1 erhielt er in Hameln, wo alle sehr begeistert von ihm waren.
Begleitet wurde er von seinem Bruder Benji, der sich den Rassesieg
Best in Variety” genehmigte.
Auch Nophi und Sofie bekamen dort ihren Pokal für “Best in Show”.

 
     
 

Nun rückt der Zeitpunkt der Abgabe näher. So sehr wir die Kleinen
auch in unser Herz geschlossen haben wissen wir auch,
dass das neue Zuhause schon wartet.

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