Auf nach Holland ! ! !
 
     
 

Ein Leben ohne Kitten wurde uns zu langweilig. Da die kleine Sofie noch
entschieden zu jung war für Babys, haben wir uns entschlossen, Ausschau
nach einem neuen Partner für Romi zu halten. Ein schwieriges Unterfangen,
denn in Deutschland gab es keinen passenden Kater. Alle Linien waren
dicht an dicht und unsere Vorstellungen erfüllten sich hierbei nicht.
Ende Januar 2008 war in Holland eine internationale Katzenausstellung.
Viel Zeit und Neugierde trieben uns in das 485 km entfernte Haarlem / NL .
Unter den ausgestellten 400 Katzen waren sehr viele Somalis.
Auch waren alle Farben dort vertreten und Aussteller aus Finnland, Schweden,
Belgien, Frankreich, Deutschland sowie dem Gastgeberland Holland
präsentierten ihre Tiere in großzügig angelegten Bereichen.
Da wir ja diesmal „nur“ als Besucher auf dieser Ausstellung waren,
konnten wir ausgiebig durch die Gänge schlendern.
Wirklich sehr nette Gespräche entwickelten sich hierbei.

 
     
 

Und da war er. Ein blacksilver Kater. Maverick of Timbavatie.
Die Kontaktaufnahme mit der Züchterin war mühevoll, denn die Tiere mussten zwischenzeitlich immer auf den Richtertisch.
In der Mittagspause fanden wir dann die Möglichkeit mit Suzan Meijer;
die schon viele lange Jahre die Cattery Silfescian erfolgreich
führte, ins Gespräch zu kommen.
Gespeicherte Fotos von Romi auf der Kamera überzeugten sie schnell,
eine Verpaarung mit Maverick und Romi zu planen. Unsere Wahl wurde durch
die Richter bestätigt und als später die  Preisverleihung war, geriet
Suzan Meijer in die Situation, mit zwei Katzen gleichzeitig zu einem „Stechen“
vor die Bühne gehen zu müssen.
Sie übergab uns zu unserer Überraschung eines der Tiere und fragte, ob wir
es präsentieren könnten. Eine tolle Geste, denn wir waren ja eigentlich
Unbekannte für sie. Die kleine Shabanou war eine sehr artige,
junge Silbersomali-Dame und obwohl wir sie nicht kannten, zeigte sie sich von
der besten Seite. Die Belohnung kam von den Richtern, indem sie einen Pokal
für „Best in Show“ bekam.
Gewonnen hat aber auch Maverick. Er nahm das „Best in Show“ sowie
„Best of Breed“ mit nach Hause. Für uns war das eine Bestätigung,
mit dem Kater zu planen.

 
     
 

Zwischenzeitlich wurden wir durch einen Schreibfehler im Programmheft des
Vereines auf ein wildfarbenes Kitten aufmerksam, das für unsere Augen auch
sehr schön war. Im Katalog wurde es als kleiner Kater geführt.
An den Käfigen waren die Kärtchen befestigt, wo alles über die ausgestellte
Katze vermerkt ist. Dort war es plötzlich ein kleines Mädel.
Nur aus Neugierde fragten wir nach und kamen mit den Besitzern ins Gespräch.
Minke und Henk-Arjen Spoelstra aus Buitenpost waren eigentlich Katzenliebhaber.
Sie hatten jedoch gerade einen Wurf und ihr eigener Deckkater war durchaus aktiv.
Gysbert fan it Printeboek hieß der Kater. Sie beschrieben ihr Tier und wir
tauschten die Adressen aus. Das Gysbert schöne Kitten machen konnte,
haben wir ja mit eigenen Augen auf der Ausstellung gesehen.

 
 
 
 

Eine Überraschung gab es noch für uns.
Suzan Meijer hatte in kooperativer Zusammenarbeit mit einer uns sehr
gut bekannten, deutschen Somali-Züchterin ein Treffen der ganz
besonderen Art organisiert.
Sie nahm ohne unser Wissen Kontakt zu den neuen Besitzern von unserem
Bonito auf. Schoki war damals zu Anja und Jack Schilder gezogen.
Sicherlich bekamen wir häufig Bilder und Mails von den Beiden, aber für
einen Besuch war bisher noch keine Zeit.
Unmittelbar vor deren Ankunft wurde uns gesagt, dass wir gleich Besuch erhielten.
Unsere Freude war sehr groß, als Anja und Jack die Halle betraten.
Sie schauten sich auch kurz nur die Somalis an, luden uns dann aber zu
sich ein, um Bonito zu sehen.

Nach einer ganz herzlichen Verabschiedung von Suzan und ihren Tieren,
sowie Minke, Henk-Arjen und deren Samtpfoten machten wir uns mit
Anja und Jack auf den Weg zu „unserem“ Schoki.
 
 
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Was für ein Tag - und er war noch nicht zu ende.
 
     
 

Eine recht zügige Fahrt durch den bis dahin noch nahezu unbekannten
Stadtteil Haarlem in Richtung Volendam begann. Schon auf den Weg nach
Haarlem haben wir festgestellt, dass die Holländer höchst begeisterte
Fotografen waren. An fast jeder Ampel waren moderne Apparate installiert.
Bleibende Eindrücke, aber von hinten fotografiert. Unverständlich !
Rotlichtsünder haben keine Chance. Unser vorweg fahrender Wegweiser hielt sich
nicht wirklich daran und wir hatten so manches Mal etwas Schweiß auf der Stirn.
Angekommen bei Bonito klopfte unser Herz vor Freude.
Wir traten alle samt ins Haus ein und eine Gänsehaut beschlich uns.
Im Eintrittsbereich des Hauses war kein einziger Vierbeiner zu sehen.
Sie seien scheu, wenn Fremde das Haus betreten sagten Anja und Jack.
Aber waren wir wirklich fremd? Wir riefen Bonito liebevoll, wie er es schon
von früher her kannte: „Schoki... Schoki los komm“.
Diesen Namen hatte er weg. Damals war der Name Bonito nur für
den Stammbaum. Anja und Jack trauten ihren Augen nicht recht,
als Schoki um die Ecke gehoppelt kam. Direkt auf uns zu kommend umschlich
er mit sichtlichem Wohlbehagen unsere Beine und unsere Freude war riesig.
Ja, er hatte unsere Stimmen wieder erkannt.
Wir durften ihn gleich auf den Arm nehmen - alles kein Problem.

Sein Schmusen und schnurren hat uns sehr gefehlt, denn Schoki war
irgendwie immer was besonderes für uns. Es begann ja schon bei seiner Geburt,
wo wir irgendwie überrascht ausriefen: „Was ist das denn für eine Farbe“.
Mit einem sorrelsilver farbenen Kitten hatten wir nicht wirklich gerechnet.
Im Laufe seiner viel zu kurzen Zeit bei uns hat er sich einen besonderen
Status erkämpft. Bonito das kleine Fellmonster wurde nie bevorzugt,
aber er war für uns immer etwas besonderes.
 
 

Nun gab er uns zurück, was wir seit 11 Wochen vermissten.
Seine Spielkameraden waren etwas zurückhaltender, aber als wir unsere
Spieleinheiten auf sie ausweiteten, tauten sie doch recht schnell auf.
Zusammen mit Schoki schauten wir uns sein kleines Reich an.
Der gesicherte Freilauf war beeindruckend und ein Abenteuerspielplatz
für die Katzen. Große Steine im Sinne eines Steingartens mit Büsche und
Steinkrüge im griechischen Stil boten den Katzen bei ca. 30 qm reichlich
Möglichkeiten an Spass. Auch in der Nacht konnten die Fellnasen durch die
Katzenklappe in einen kleinen voll geschlossenen Auslauf.
Selbst im Haus hatten die Katzen einen Freibrief und durften fast alles.

 
 

Schoki hat es schön und Jack beteuerte uns an diesem Tag,
dass er für kein Geld der Welt den Kleinen hergeben würde.
Für unsere kleine Cattery das größte Kompliment überhaupt.
Obwohl, so klein war er denn auch nicht mehr. Mit 9 Monaten hatte er
schon 3 Kilo Eigengewicht ohne korpulent zu wirken. Ein strammer Kerl,
der jedoch gegenüber Jack seinem anderen Hobby klein zu sein schien.
Das zweite Hobby sind Hunde.
Schoki hatte eine besondere Beziehung zu Woody und Indi.
Friedlich lebten sie zusammen und teilten sogar das Futter.
Der Neufundländer Woody brachte weit über 30 kg auf die Waage.
Indi, ein weißer Schäferhund war Fremden gegenüber sehr reserviert.
Zwar deutlich kleiner als Woody, war Indi gegenüber Schoki selbstverständlich
an Größe überlegen. Aber der Kontrast macht es und die friedliche
Harmonie spricht für sich. Ein sehr schöner Tag
und das Wiedersehen mit Bonito war wie ein Geschenk für uns.

Dafür ein dickes Dankeschön!
 
 
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